Am 28. Dezember trat das Gesetz 38/2022 vom 27. Dezember in Kraft, mit dem die befristete Solidaritätssteuer auf Großvermögen eingeführt und einige Steuervorschriften geändert wurden. Die wichtigsten Neuerungen sind nachfolgend zusammengefasst.

 

  1. Befristete Solidaritätssteuer auf Großvermögen (ITSGF)

 

Einerseits wird die zeitlich befristete Solidaritätssteuer auf Großvermögen als Ergänzung zur derzeitigen Vermögensteuer eingeführt und zielt darauf ab, die Besteuerung von Vermögen über 3 Millionen Euro auf staatlicher Ebene zu harmonisieren. Diese Steuer wird in den Jahren 2022 und 2023 erhoben, obwohl sie voraussichtlich verlängert werden kann.

 

Im Großen und Ganzen entspricht die Ausgestaltung der neuen Steuer im Wesentlichen derjenigen der Vermögensteuer, wobei die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale folgende sind:

 

  • Steuerpflichtige: dieselben wie bei der Vermögensteuer, d.h. (i) natürliche Personen, die ihren gewöhnlichen Wohnsitz auf spanischem Staatsgebiet haben und auf ihr weltweites Nettovermögen besteuert werden – unbeschränkte Steuerpflicht – und (ii) nicht ansässige natürliche Personen auf die in Spanien befindlichen oder ausübbaren Vermögenswerte und Rechte – beschränkte Steuerpflicht. Dieser zweite Abschnitt umfasst Personen, die unter die Beckham-Regelung fallen.

 

  • Steuertatbestand: Dieser besteht darin, dass der Steuerpflichtige zum 31. Dezember eines jeden Jahres ein Nettovermögen von mehr als 3.000.000 Euro hat.

 

  • Steuerbefreiungen: Es gelten die gleichen Steuerbefreiungen wie bei der Vermögensteuer (d.h. Familienunternehmen, historisches Erbe, Hauptwohnsitz usw.). Darüber hinaus gilt für persönlich haftende Steuerpflichtige ein zusätzlicher Mindestfreibetrag von 700.000 Euro sowie ein Freibetrag von 300.000 Euro für den Hauptwohnsitz. Steuerpflichtige, die nicht im spanischen Hoheitsgebiet ansässig sind, und Steuerpflichtige, die nach der Beckham-Regelung besteuert werden – unbeschränkte Steuerpflicht -, können hingegen keine der beiden Steuerbefreiungen in Anspruch nehmen.

 

  • Bemessungsgrundlage: Sie wird durch das Nettovermögen gebildet, wobei dieselben Bewertungsregeln wie bei der Vermögensteuer angewandt werden.

 

  • Steuersätze: Je nach dem Wert des Vermögens kommt die folgende Skala zur Anwendung:

 

Bemessungsgrundlage (EUR) Steuersatz
Bis 3.000.000 0%
Zwischen 3.000.000 und 5.347.998,03 1,7%
Zwischen 5.347.998,03 und 10.695.996,06 2,1%
Über 10.695.996,06 3,5%

 

  • Gemeinsame Obergrenze: Bei unbeschränkt Steuerpflichtigen darf der Gesamtbetrag dieser Steuer zusammen mit der Einkommen- und Vermögensteuer 60 % der persönlichen Einkommensteuerbemessungsgrundlage nicht überschreiten. In dieser Hinsicht gelten die gleichen Regeln wie für die Vermögensteuer. Übersteigt die Summe der Beiträge die vorgenannten 60 %, wird der ITSGF-Beitrag bis zum Erreichen dieser Grenze gekürzt, wobei maximal 80 % der Steuerschuld reduziert werden.

 

  • Abzüge: Im Ausland gezahlte Steuern und der Betrag der für das Jahr tatsächlich gezahlten Vermögensteuer können in Abzug gebracht werden.

 

Diese neue Steuer weist zahlreiche Besonderheiten auf (z.B. ihre mögliche Verfassungswidrigkeit, die Art und Weise der Berechnung des gemeinsamen Grenzwerts in den Autonomen Gemeinschaften, in denen die Vermögensteuer bezuschusst wird, Ausnahmen für Familienunternehmen usw.), so dass wir eine detaillierte Analyse jedes einzelnen Falles empfehlen.

 

  1. Indirekter Besitz von Immobilien in Spanien

 

Andererseits wird eine Änderung des Vermögensteuergesetzes eingeführt, die es ermöglicht, den indirekten Besitz von Immobilien in Spanien zu besteuern (d.h. durch nicht ansässige Unternehmen). Diese Maßnahme ist seit 2022 in Kraft und betrifft auch die befristete Solidaritätssteuer auf Großvermögen.

 

Kurz gesagt, eine nicht in Spanien ansässige natürliche Person (oder im Rahmen der Beckham-Regelung) mit Beteiligungen an einer nicht in Spanien ansässigen Einrichtung, deren Vermögen zu mindestens 50 % direkt oder indirekt aus in Spanien gelegenen Immobilien besteht, unterliegt der Vermögensteuer und damit der Großvermögensteuer, in beiden Fällen aufgrund der beschränkten Steuerpflicht.

 

Um festzustellen, ob das Unternehmen zu mehr als 50 % aus Immobilien in Spanien besteht, müssen die Nettobuchwerte der Vermögenswerte durch die Marktwerte zum 31. Dezember des betreffenden Jahres ersetzt werden.

 

Privatpersonen, die von dieser neuen Maßnahme betroffen sein könnten, wird empfohlen, ihre Immobilieninvestitionsstrukturen in Spanien zu überprüfen, um mögliche anwendbare Steuermaßnahmen oder -vorteile (Befreiungen durch die Autonome Gemeinschaft oder Familienunternehmen) zu analysieren.